Eigene Geschichten und Gedichte
Die Abenteuer von Mauli und Maulinchen 
und Piff, dem Piratenaffen 
aus dem Märchenwald Steiermark:
 
Das geklaute Eis

Es war heiß! Die Sonne brannte erbarmungslos vom Himmel. Aber heute wollte der kleine Maulwurf Mauli mit seiner Schwester Maulinchen unbedingt den "Räuberflitzer" ausprobieren. Das Ding war schließlich ganz neu im Märchenwald und Mauli musste einfach hin!
Maulinchen hatte eigentlich gar keine Lust und quengelte die ganze Zeit: “Mir ist soooooo heiß! Ich will ein Eis haben! Los Mauli, kauf mir ein Eis!“

Damit sie endlich Ruhe gab, tat er ihr den Gefallen und kaufte ihr ein großes Eishörnchen, bevor er mit ihr weiter in Richtung Räuberflitzer strebte.
Maulinchen leckte begierig an der kühlen Köstlichkeit: “Hmmmmmmmm, wie das schmeckt! Köstlich!“.
„Beeil dich mit dem Eisessen!“ sagte Mauli, „Wir wollen doch mitfahren!“
Maulinchen beäugte die neue Attraktion skeptisch. `Mit dem Ding sollte sie fahren? Lieber nicht!´ „Och nöööööööö", meinte sie „ich bleib lieber hier stehen und warte, bis du fertig bist mit der Fahrerei. Außerdem will ich ganz in Ruhe mein Eis zu Ende schlecken!“
„Du Angsthase“, lachte Mauli, “dann fahr ich eben allein.“

Maulinchen leckte die Tropfen ab, die nun langsam an der Seite des Hörnchens entlangliefen. Da!!! Da war Mauli! Lachend winkte sie ihm zu und wutsch...war ihr Eis fort. Sie schaute sich um, aber sie sah niemanden. Auf dem Boden lag es auch nicht. Das gibt’s doch nicht!!!

„Mauli, Mauli, es ist was schreckliches passiert!“, rief sie aufgeregt, als er zu ihr kam. “Mir hat jemand das Eis geklaut!“
„Klaaaaaaaaaaar!“, nickte Mauli und grinste: „Das kannst du, von mir aus, dem Seppl im Schlaraffenland erzählen! Der glaubt dir das bestimmt! Ich jedenfalls nicht! Gib zu, du hast es aufgegessen und willst noch eins!“
„Nein ehrlich, ich lüg' doch nicht! Es ist geklaut worden!“ Maulinchen schossen Tränen in die Augen.

Mauli tröstete sie und lief rasch los, um ihr ein neues Eis zu kaufen. Als er es ihr entgegenhielt, ging ein Strahlen über Maulinchens Gesicht und sie hörte schlagartig auf, zu weinen. Mauli zog ein Taschentusch aus der Hosentasche und tupfte ihr die Augen trocken: “Ich geh noch mal fahren. Der Räuberflitzer ist sooooooooo cool!“
„Mach du nur“, nickte Maulinchen und schleckte an ihrem neuen Eis.

Mauli war gerade weg, da entdeckte sie einen niedlichen Marienkäfer und wollte gerade seine Tupfen zählen, weil ja ein Siebenpunkt Glück bringt, als das Eis mit einem Rutsch aus ihrer Hand gezogen wurde.
Weg war es wieder! Das neue, kaum angeschleckte Eis!

Als Mauli wieder zurückkam, fand er Maulinchen tränenüberströmt vor. „Sag nicht, das Eis ist schon wieder geklaut worden?“, rief er. Maulinchen konnte nur nicken.
„Das geht doch nicht mit rechten Dingen zu!“, sagte Mauli und schaute sich um.
Er entdeckte ein paar klebrige Stellen auf dem Boden und sagte: “Maulinchen, ich glaube, der Dieb hat Spuren hinterlassen. Den kriegen wir schon!“

„Du glaubst mir also doch?“, schluchzend schaute Maulinchen zum großen Bruder auf.
„Ja“, sagte Mauli, „komm, wir verfolgen die Spur!“
Er nahm sie bei der Hand und sie folgten der klebrigen Fährte. Das Eis muss ziemlich geschmolzen sein. Überall waren Flecke auf dem Weg. Am Wikingerschiff lag sogar ein Stück von der Eiswaffel.
Was war denn das?
Da flitzte... ja tatsächlich!...Ein Äffchen flitzte da herum! In der Hand hatte es eine Tüte Chips. Es sauste in Richtung Säbelzahn und nahm an der Schatzkiste Platz. Dort saß es noch, als Mauli und Maulinchen ankamen.

„Was machst du denn hier und wie heißt du?“, fragte Mauli das Äffchen.
„Piff heiß ich, Piff“, entgegnete der lustige Geselle.
Maulinchen kam langsam hinter dem Rücken des Bruders hervor, wo sie sich vorsorglich versteckt hatte. `Man kann ja nie wissen....!´ “Hast duuuuuuu mein Eis geklaut?“, fragte sie.

„Hmmmmmmm! Eis! Lecker, lecker. Schmeckt fein“, hörten die Geschwister nur.
„Also warst du das! Piff, das ist nicht in Ordnung! Du darfst doch nicht einfach irgendwas stehlen! Dann kommst du ins Gefängnis!“, sagte Mauli.
„Wie der Mexikaner?“, fragte Piff. Also hatte er den wohl schon gesehen!
„Ja“, sagte Mauli, „wie der Mexikaner! Ich werde gleich den Marshall rufen, der kann dich verhaften!“
„Nein! Bitte, bitte nicht! Gnade!“, winselte Piff und machte dabei ein so unglückliches Gesicht, dass Maulinchen laut loslachte. „Na gut“, sagte Mauli streng, “aber wenn du noch einmal etwas klaust, bist du fällig!“

Piff spielte verlegen mit seinem langen Schwanz: „Ich tu’s nie wieder! Wollen wir nicht Freunde sein?“
„Wenn du schwörst, dass du nicht mehr klaust, sind wir Freunde“, sagte Maulinchen lachend.
„Ich schwöre!“, hörten sie noch von Piff und wutsch.........war er irgendwo im Gebüsch verschwunden.


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Piff

Das Äffchen Piff ist wohlbekannt
für Streiche hier im Märchenland.
Mal hat er fremdes Eis geschleckt,
mal den Piratenschatz versteckt.
Dann fehlt der Käse bei der Maus,
ein Püppchen liegt vorm Puppenhaus,
Maulinchens Schleife die ist offen,
die Ziegen haben Bier gesoffen,
Rotkäppchen trägt `nen Sommerhut,
und Mauli hat ein wenig Wut
denn an der schönen blauen Hose
sind alle Knöpfe wieder lose.

Erst gestern spät noch in der Nacht
da hatte er sie angebracht.
Kurz drauf kam Piff, der konnt nicht schlafen;
trank etwas Milch, spielte den Braven
und wollt` erst etwa gegen zehn
zurück nach Haus ins Bettchen geh’n.
Die frisch genähte Hose hing
über dem Stuhl, als Piff dann ging.
Und dieser hatte abends spät
am Hosenknopf herumgedreht.
Ganz heimlich hat er das gemacht
und auf dem Weg nach Haus gelacht.

Und nun macht Mauli sich daran
und näht die Knöpfe wieder an.

Dann geht er los, um Piff zu suchen
und zwischendurch hört man ihn fluchen:
„Wer hat denn an den Schuh’n heut’ Nacht
die Bändel alle aufgemacht?“

Jetzt muss der Mauli Schleifen binden
und dann den frechen Affen finden.
Er bückt sich runter, hört ein Lachen
sieht Piff noch grad Grimassen machen,
will zu ihm hin, will schimpfen, droh’n
doch Piff der ist woanders schon...



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Mauli und der große, weiße Vogel

Mauli hatte Erdbeermarmelade gekocht. Leckere Erdebeermarmelade nach einem Rezept von Rotkäppchens Großmutter.
Zwei Töpfe voll hatte er gekocht. Fünf Gläser waren schon fertig eingefüllt. Die hatte er heute morgen schon zum Auskühlen auf die Fensterbank gestellt.
Fünf? Da standen ja nur noch vier!!!!

Mauli rieb sich über die Augen. Ja, es stimmte!
Rasch füllte Mauli die restlichen Einmachgläser mit der Marmelade aus dem nächsten Topf. Das waren wieder fünf Gläser voll.
Vorhin hatte er auch fünf Gläser gehabt. Er wusste es genau!
Ob Piff eins gemopst hatte? Das freche Äffchen hatte sich ja auch mal Maulinchens Eis geschnappt.

Mauli zog die Jacke an und vergewisserte sich, dass der Herd aus war. Dann machte er sich auf den Weg in Richtung "Räuberflitzer", wo Piff sich ständig herumtrieb.
„Dem werd’ ich’s zeigen“, dachte er „diesmal sag ich dem Marshall Bescheid und dann kann er wirklich mal einen Tag im Gefängnis verbringen.

Mauli war wirklich sauer! Die leckere Marmelade!
Plötzlich huschte etwas über den Weg. Mauli traute seinen Augen kaum.
Ein schneeweißer Vogel! Fast so groß wie er! Das musste ein Strauß oder etwas ähnliches sein! Wie kam denn der in den Märchenwald?

Mauli war neugierig, schrecklich neugierig! Das wollte er genauer wissen. Furchtlos wie er war, schlich er hinterher.
Ab und zu fand er ein kleines weißes Federchen. Mal lag eins auf dem Weg, mal hing eins im Gebüsch. Hier musste der Vogel entlang geflogen sein.

Aber was war das? - Da wo der Vogel geflogen ist, war noch eine Fußspur zu sehen. Also wurde der Vogel bereits verfolgt. Wer das wohl war?
Mauli war ganz aufgeregt. Der Vogel war sicher aus einem Zoo entflogen und irrte jetzt hier umher. Vielleicht suchte der Zoobesitzer schon nach ihm. Ja! Das wird es sein! Daher die Fußspuren!

Auf einmal hörte er ein lautes Niesen: „Hatschiiiii!“ und wieder „Hatschiiiiii!“
„Gesundheit!“, rief er, ohne zu sehen, wer da eigentlich nieste.
`Vermutlich ein Besucher´, dachte er bei sich. Und wieder ging es „Hatschiiiii!“ und noch einmal „Hatschiiiiii!“
Und plötzlich stand Mauli vor dem großen weißen Vogel.

„Entschuldigung“, stotterte der Vogel „ich wollte das nicht! Und ich hab ja nur mal mit dem Finger.....“
Das war doch... - Ja! Das war die Stimme von Maulinchen!
„Maulinchen?“ Unsicher schaute Mauli den großen weißen Vogel an. „Wie siehst duuuuuuuu denn aus?“
„Hilf mir bitte, die Federn kitzeln so“, kam die Stimme von Maulinchen zurück: „Hatschiiiii!“

Mauli lachte: „Los ab nach Hause und dann sofort in die Badewanne, du Vogel!“
Er schob Maulinchen vor sich her und jeder, der die beiden sah, drehte sich um und lachte Maulinchen aus!
„So und jetzt erklärst du mir mal, wie das passiert ist“ wollte Mauli daheim wissen.
„Na ja,“ zögernd begann Maulinchen zu erzählen, „da war diese leckere Marmelade auf dem Fensterbrett. Die hat sooooooooo gut gerochen. Und da wollte ich nur mal mit dem Finger naschen. Ehrlich! Nur mal ganz kurz eingestippt! Und dann fiel das Glas auf einmal runter - genau auf meinen Kopf. Da hab ich bestimmt `ne Beule! Verbrannt hab ich mich aber nicht. Die war schon kalt die Marmelade.“ Sie fuhr sich mit der Hand über den Kopf.

Mauli schaute vorsichtshalber nach und schüttelte dann den Kopf: „Ich seh' nichts, erzähl' weiter!“

„Ja also...“,fuhr Maulinchen fort, „die Marmelade ist auf meinem Kopf gelandet und auf einmal war ich ganz voll von dem klebrigen Zeug. Und damit du nicht schimpfst, bin ich lieber zur Frau Holle gelaufen, damit die das abwaschen kann. Aber als ich an ihrem Fenster vorbeikam, stand da oben der Piff und schüttelte die Federbetten aus, so dass es schneite. Dicke Flocken! Mitten im Sommer!!!“
„Der Schlingel!“, entfuhr es Mauli.
Maulinchen schluchzte kurz auf, während sie weiter erzählte und ihre Augen füllten sich mit Tränen: „Auf einmal landeten alle Federn auf mir und klebten fest. Ich hab immer wieder versucht, sie abzumachen, aber das ging nicht.“
„Und was hat Frau Holle gesagt?“, fragte Mauli.
„Das war ja das Schlimme! Die war gar nicht da! Sie ist zum Wichteldorf einkaufen gegangen und Piff sollte aufpassen, dass niemand ins Haus kommt“.
„Da hat sie sich ja genau den Richtigen ausgesucht“, lachte Mauli, griff zur Wurzelbürste, tauchte sie in den Wassereimer und begann Maulinchen von den Federn zu befreien, bevor er sie in die Badewanne schickte.
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